Dexheimer Inside

Irgendwo zwischen Renovieren und Kernsanieren

Das Blog über Familiengründung und Leben im Altbau, Erfolge und Mißerfolge beim angewandten Heimwerken aus Sicht eines Informatikers.

Montag, 20. Juli 2009

Funkentfeuchter

Da war ja noch unser Luftentfeuchter vom ersten Kellertrockenlegungsversuch übrig geblieben, der schon seit geraumer Zeit auf sein Comback als Teil unserer "intelligenten" Kellerbelüftung wartete. Man erinnere sich: die jetzige Steuerung lüftet immer nur dann, wenn es draußen absolut trockener ist als drinnen. Zusätzlich ist eine Funktion vorgesehen, bei Überschreitung eines Maximalwertes für die Luftfeuchtigkeit auch einen elektrischen Luftentfeuchter einzuschalten, wenn nach obiger Regel gerade nicht gelüftet werden darf. Leider habe ich feststellen müssen, dass es zumindest in der Baumarktklasse unter 200,- Euro praktisch keine Luftentfeuchter zu geben scheint, die sich einfach so an einem externen Hygrostaten bzw. einer Funkschaltsteckdose betreiben ließen. Alle mir bekannten Geräte verfügen nämlich selbst schon über soviel eingebaute Intelligenz, dass sie nach Wegfall und Wiederkehr der Netzspannung den vorherigen Betriebsmodus weder merken noch fortsetzen. Unser Luftentfeuchter war auch so einer - hergestellt für die BAHAG AG Mannheim. Eigentlich ist das ja eine Art von Sicherheitsfunktion für den Fall eines Stromausfalles. Nichts anderes macht aber auch eine Funkschaltsteckdose aus dem FS20-System - Netzspannung kappen, Netzspannung wieder anlegen. Auf die Art könnte man das Gerät im besten Fall genau einmal ausschalten. Blöd.

Ich hatte schon überlegt, dem Gerät vielleicht einen zweiten Mikrocontroller zu spendieren, der nach dem Einschalten der Netzspannung automatisch die drei Tastendrücke simuliert, um den Trockner auch softwaremäßig "einzuschalten" und das richtige Programm einzulegen. Aber die Idee schien mir irgendwie nicht so doll.

Die jetzige Lösung ist deutlich pragmatischer, einfacher, flexibler und vor allem vollständig reversibel: Ich habe einfach die Stromschiene für Kältekompressor, Magnetventil und Ventilator auf der Steuerplatine aufgetrennt und dort einen externen FS20-Funkschalter eingeschleift. So kann ich den Trockner ganz normal an die Steckdose hängen, das Wunschprogramm Extratrocken wählen und der eingebaute Mikrocontroller "denkt" weiterhin, er könne schalten und walten wie er wolle. Kann er so natürlich nicht, denn die Oberhand hat der externe Funkschalter, der erst auf Kommando von der übergeordneten Steuerung (Fs20 LES) den Saft für Kompressor und Ventilator freigibt. Das Ganze kann natürlich nur unter der Prämisse funktionieren, dass die eingebaute "Intelligenz" des Luftentfeuchters ausreichend gering ist, und keine Timeouts oder ähnliche Prozeduren kennt, die mir einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Aber davon meine ich, kann man bei einem Gerät dieser Kategorie getrost ausgehen.




Steuerplatine mit Netzteil, Mikrocontroller, 4x Printrelais für Kompressor-, Magnetventil- und zweistufige Ventilatorsteuerung, Anschlüsse für Temperatur- und Feuchtefühler, Bedienpanel und Schwimmerschalter für den Wassertank.


Stromschiene (Leiterbahn) zwischen Einspeisung und den Relais aufgetrennt, Kabel angelötet.



Kabel zu ext. Funkschalter mit sep. Speisung geführt. Fertig (Bild oben).

Mittwoch, 15. Juli 2009

Magnesiumhörnchen

Ein gribbelnder Daumen sollte nicht zur Gewohnheit werden. Also habe ich mich nach ergonomischen Fahrradgriffen erkundigt: Sehr schnell wird man bei der Firma Ergon fündig. Nicht so schnell gelingt dort allerdings die Produktauswahl. Die haben da nämlich ganz sicher einen Marketingexperten am Start. So werden Ergon-Griffe für drei Marktsegmente angeboten: All Mountain, Performance Comfort und Pro Racing. Orthogonal dazu stehen je nach Zählweise vier bis sechs Produktserien: GC, GP, GR, GX, GA und GE, die es zum Teil ohne Hörnchen (GP1, GX1, GA1 und GE1), mit kurzen Hörnchen (GX2, GR2 und GC2) oder mit langen Hörnchen (GX3, GC3) gibt. Die Modelle im Pro Racing Segment sind durchgehend in Leichtbauweise gehalten (GX1 Leichtbau, GX2 Leichtbau, GX3 Leichtbau, GP1 Leichtbau und GR2 Leichtbau) - kosten natürlich auch mehr. Wem dies aber nicht genügt, greift noch tiefer in die Tasche und bekommt Carbonhörnchen (nur GX2 Leichtbau Carbon und GR2 Leichtbau Carbon). Während die Modelle der GX-Serie zwar durchgehend mehr kosten, aber nur in einer Einheitsgröße erhältlich sind, hat man in den restlichen Serien (also GC, GP, GR, GA und GE) jeweils zwei verschiedene Größen (Gxy-S oder Gxy-L) zur Auswahl. Optional sind je nach Griff verschiedene Varianten erhätllich: Black, Team Edition, Standard oder GripShift- bzw. Rohloff/Nexus-kompatibel.

Zusammenfassend stehen neben der zur jeweiligen Fahrradschaltung passenden Variante eigentlich nur verschiedene Hand- (S,L,Uni) und Horngrößen (1,2,3) sowie verschiedene Materialien (Carbon, Magnesium, GFK oder forged Aluminium) zur Auswahl.

Alu hätte es zwar für mich aus rein rationalen Erwägungen heraus auch getan, aber irgendwie hatten die A-Hörnchen in Größe 2 der GR-Serie gefühlsmäßig die bessere Passform als die B-Hörnchen der GC-Serie, weshalb ich unfreiwillig doch in der Magnesiumkategorie gelandet bin. Das hat zwar nach deren Logik noch nichts mit "Leichtbau" zu tun, muss ich aber auch nicht unbedingt verstehen. Wenigstens kann ich nun während der Fahrt guten Gewissens in die Hörnchen beißen - Magnesium soll ja gut gegen Muskelkater sein.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Ubiquitous Computing

Der Schwarze Blitz - wie ihn die Spötter seit neuestem wegen seiner engen schwarzen Sportgewänder nennen - hat jetzt einen Bordcomputer am Lenker und deshalb ständig die traurige Wahrheit vor Augen, dass er nur einen müden 21er Schnitt auf der Strecke schafft. Aber das ist ja nur die halbe Wahrheit, denn ich werde täglich besser. Computer können so deprimierend wirken. Vielleicht könnte man zur Erheiterung irgendwie ein Linux drauf installieren?

Mittwoch, 1. Juli 2009

Tiefentladung

Kaum lasse ich mal ein paar Tage das Auto stehen und fahre mit dem Rad zur Arbeit, muss prompt beim letzten Abstellen des Autos die Kofferraumklappe nicht richtig ins Schloss gefallen sein und die Kofferraumfunzel nudelt fröhlich die Autobatterie komplett leer...
5 Watt * 4 Tage = 480Wh
=> 40Ah bei 12V
Die Batterie hat aber nur 34Ah - irgendwie bloeD.

Sehr zu empfehlen: Batterieladegerät CTEK Multi XS 3600 für Auto und Motorradbatterien: primär getaktetes Schaltnetzteil, mikrocontrollergesteuerte Ladevollautomatik mit Pulsladeerhaltungsfunktion, superkompakt, regenfest (IP65) und kürzlich stark im Preis gefallen.

Bei soviel Zuneigung hoffe ich, dass mir die Batterie die Tiefentladung verzeiht - sie ist doch erst ein Jahr alt!

Dienstag, 30. Juni 2009

Der letzte Ritt auf der Hummel

Wie das so mit der Euphorie ist, bin ich voll des Tatendranges, Rad und Equipment für die Strecke zu optimieren. Am liebsten würde ich sofort ein neues Trekking-Rad mit allem Pipapo anschaffen,... Aber nur weil man mal drei Tage mit dem Rad gefahren ist, gleich ein Neues anzuschaffen, macht wohl wenig Sinn. Zweifelos sinnvoll erscheint es mir dagegen, ein paar kleinere Veränderungen an dem bereits vorhandenen MTB vorzunehmen. Allen voran mussten zunächst die Stollenreifen einem Paar Semi-Slicks (Schwalbe Marathon Supreme 26x2") mit drastisch niedrigeren Rollwiderstand bei deutlich geringeren Reifendruck (3bar) weichen. Der MTB-typische Sound der hart aufgepumpten (5bar) Stollenbereifung auf Asphalt klang auf Dauer ohnehin eher nervig - als ob man auf einer wildgewordenen Hummel reiten würde...

Montag, 29. Juni 2009

Ich glaub, mein Wurz blüht!

Hauswurz, Steinwurz, Dachwurz oder wie auch immer man das Zeug nennen mag, das wir zur krönenden Zierde unserer Torpfosten bestimmt haben: Es wächst und gedeiht und erfreut uns jetzt mit seiner ersten Blüte!

Das rote Gemüse ist wohl von der Sorte Sempervivum arachnoideum - ein Spinnweb-Hauswurz mit weißer spinnwebartiger Behaarung. Bei dem Grünen bin ich mir nicht ganz sicher - vielleicht Sempervivum globiferum oder Sempervivum tectorum? Jedenfalls vermehren sich die Dinger wie die Gremlins - kaum werden sie nass, ploppt es kleine Kügelchen, die dann durch die Gegend kugeln und wenig weiter wieder anwachsen. Daran kann ich mich garnicht sattsehen. Am liebsten würde ich davor sitzen bleiben und zusehen. Hat das vielleicht jemand auf Video - im Zeitraffer?

Freitag, 26. Juni 2009

Mentale Projektion

Ähem,.. beim Verein wirds ja manchmal etwas später und so war es etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht, als ich realisieren musste, dass meiner einer ja überhaupt kein Licht am Rad und noch 9km zu fahren hatte. In der Stadt war ja alles hell erleuchtet, aber auf dem kurzen Stück durch den Wald natürlich zappenduster.

Ich fühlte mich da ganz stark an eine Szene aus Crocodile Dundee erinnert, in der Sue und Dundee irgendwo nachts im australischen Busch zusammen mit einem befreundeten Aborigine am Lagerfeuer sitzen. Als dieser sich verabschiedet und eilig in der Dunkelheit verschwindet, fragt sie: "Wie findet er eigentlich seinen Weg in der Dunkelheit?". Daraufhin Dundee: "Er *denkt* sich seinen Weg!" gefolgt von einem hölzernen *clonk* und lautem Fluchen des Aborigines aus dem Off.

Okay, die Bäume habe ich alle verfehlt, aber als unmittelbare Konsequenz musste für 4,60€ eine Fahrradhalterung für meine geliebte LED-Lenser V² Taschenlampe von Zweibrüder an den Lenker. Als Positionsleuchte hinten dient jetzt ein "Red Beetle" von Knog (14€).